Endlich Ferien – doch statt erholt aufzuwachen, beginnt der Tag mit Niesattacken, verstopfter Nase oder tränenden Augen. Für Reisende mit Hausstaubmilbenallergie kann ein fremdes Bett zur Herausforderung werden. Denn Milben finden besonders in Matratzen, Kissen und Bettdecken ideale Bedingungen. Worauf sollten Betroffene bei der Wahl einer Unterkunft achten? Was bringen «allergikerfreundliche» Zimmer – und spielt auch das Reiseziel eine Rolle?
Marie-Hélène Corajod vom aha! Allergiezentrums Schweiz beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Reisen mit Hausstaubmilbenallergie.
Folgende Fragen werden im Artikel geklärt:
- Worauf sollten Menschen mit Hausstaubmilbenallergie bei der Wahl einer Unterkunft besonders achten?
- Wie aussagekräftig sind Bezeichnungen wie «allergikerfreundliches Zimmer»?
- Sind bestimmte Reiseziele oder klimatische Bedingungen für Betroffene besser geeignet?
- Welche Medikamente gehören unbedingt ins Reisegepäck?
- Was können Reisende tun, wenn die Beschwerden im Hotel plötzlich deutlich stärker werden?
- Weitere Informationen
Frau Corajod, worauf sollten Menschen mit Hausstaubmilbenallergie bei der Wahl einer Unterkunft besonders achten?
Besonders wichtig ist das Schlafzimmer, denn dort ist die Belastung durch Hausstaubmilben häufig am höchsten. Vor allem Matratzen, Kissen und Bettdecken können viele Milbenallergene enthalten. Hilfreich ist ein Zimmer mit möglichst wenigen Staubfängern. Es lohnt sich zudem, bereits vor der Buchung nachzufragen, welche Massnahmen die Unterkunft für Menschen mit Hausstaubmilbenallergie anbietet.
Wie aussagekräftig sind Bezeichnungen wie «allergikerfreundliches Zimmer»?
Solche Bezeichnungen können eine erste Orientierung bieten, sind aber keine Garantie für eine geringe Milbenbelastung. «Allergikerfreundlich» ist kein einheitlich geschützter Qualitätsbegriff. Deshalb lohnt es sich, genauer nachzufragen, was die Unterkunft darunter versteht und welche Massnahmen sie konkret umsetzt. Bei Produkten, die man selbst mitbringt, beispielsweise milbendichte Bettbezüge (Encasings), können sich Betroffene am Allergie-Gütesiegel orientieren.
Sind bestimmte Reiseziele oder klimatische Bedingungen für Betroffene besser geeignet?
Hausstaubmilben fühlen sich besonders bei warmen und feuchten Bedingungen wohl. In einem kühlen und trockenen Klima, wie es z.B. in höheren Lagen häufig anzutreffen ist, gibt es deshalb tendenziell weniger Milben. Entscheidend ist jedoch nicht allein der Ferienort oder die Höhenlage, sondern ebenso das Raumklima in der Unterkunft.
Welche Medikamente gehören unbedingt ins Reisegepäck?
Regelmässig benötigte und verschriebene Notfallmedikamente gehören in ausreichender Menge ins Reisegepäck – auch dann, wenn die Beschwerden aktuell gut unter Kontrolle sind. Welche Medikamente im individuellen Fall notwendig sind, lässt sich am besten mit der Ärztin, dem Arzt oder einer allergologischen Fachperson klären.
Was können Reisende tun, wenn die Beschwerden im Hotel plötzlich deutlich stärker werden?
Werden die Beschwerden im Hotel plötzlich stärker, kann es helfen, mögliche Allergieauslöser in der Umgebung zu reduzieren. Je nach Situation kann schon ein Zimmerwechsel einen Unterschied machen. Auch die verordneten Allergiemedikamente sollen wie gewohnt eingenommen werden. Werden die Beschwerden trotzdem stärker oder nehmen rasch zu, ist es ratsam, medizinische Hilfe zu holen.
Weitere Informationen
Welche Massnahmen bei Hausstaubmilbenallergie helfen, worauf bei Encasings zu achten ist und weitere praktische Empfehlungen finden Betroffene bei aha! Allergiezentrum Schweiz. Bei persönlichen Fragen berät die aha!infoline kostenlos.