Vorsicht vor Henna-Tattoos in den Ferien

Dem Naturprodukt Henna wird häufig ein schwarzer Farbstoff (PPD) beigemischt, um eine grössere Ähnlichkeit mit echten Tätowierungen zu erreichen. Foto: Pixabay


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Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos. Foto: Inselspital Bern

Henna-Tattoos werden im Gegensatz zu echten Tätowierungen lediglich auf die Haut gemalt.

Dem Naturprodukt Henna wird häufig ein schwarzer Farbstoff (PPD) beigemischt, um eine grössere Ähnlichkeit mit echten Tätowierungen zu erreichen. Dieser Farbstoff ist der Haut gegenüber sehr aggressiv und in Europa verboten. Er wird zum Beispiel in Haarfärbemitteln verwendet. PPD-Allergien als Folge von Verletzungen durch schwarzes Henna sind nicht selten.

Eine häufige Nebenwirkung ist eine Entzündung der tätowierten Haut. Diese äussert sich durch Juckreiz, starke Schwellung und Rötung. Falls Sie diese Symptome an der Stelle der Tätowierung bei sich feststellen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Präventiv ist es natürlich am besten, sich gar nicht erst ein Henna-Tattoo malen zu lassen. Falls man aber nicht auf ein Tattoo verzichten will, sollte man sich vor Ort genau über den dafür verwendeten Farbstoff erkundigen.

Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), zum Thema Henna-Tattoos.

Herr Exadaktylos, wie äussert sich eine Henna-Tattoo-Entzündung?
Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Die Haut ist unser grösstes Organ und auch unser «intimstes». Eine Entzündung ist erst nach einigen Tagen im Bereich der Henna-Farben zu erkennen. Diese können von Rötungen bis zu Blasen reichen, ähnlich wie bei Verbrennungen. Seltener sind allgemeine allergische Reaktionen am ganzen Körper.

Wie kommt es dazu?
Der Grund ist, dass einige Billig-Anbieter der Henna-Farbe gelegentlich Farbzusätze beimischen um die Farbe schneller und intensiver, in der Regel schwarz, erscheinen zu lassen. Das ist dann der pure Chemiebaukasten auf der Haut. Dieses Gemisch kann toxisch sein und Narben hinterlassen.

Wie wird eine Henna-Tattoo-Entzündung behandelt?
Es kommt auf die Ausprägung der lokalen Reaktion mit der Haut an, das kann von Entzündungen bis zu offenen Hautstellen reichen. Der Hautspezialist entscheidet dann, wie am besten vorzugehen ist.

Können schlimme Komplikationen auftreten?
Es kann durchaus zu lokalen, aber auch am ganzen Körper auftretenden Langzeitproblemen (Narben und Flecken) und Allergien kommen.

Ist nach Heilung der Entzündung alles wieder gut?
Wenn man Glück hat, ja. Ansonsten bleiben Narben oder Flecken. Wichtig zu wissen ist, dass durch die Chemikalien bestimmte Kreuzallergien im Körper ausgelöst werden können. Das heisst, man reagiert danach unter Umständen auf «normale Zusatzstoffe», wie in Haarfärbemitteln, lebenslang allergisch.

Raten Sie von einem Henna-Tattoo im Ausland ab?
Hennas sind sehr schön, aber ich rate wie immer zu einem gesundem Menschenverstand. Man sollte sich nicht von einem wildfremden Menschen am Strassenrand mit einem Farbcocktail bestreichen lassen, dessen Zusammensetzung man nicht kennt.

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