Welche Wunden können selber versorgt werden und welche sollten dem Arzt gezeigt werden?

Wundverschlussstreifen unterstützen die primäre Wundheilung. Quelle: Shutterstock


Notfallmedizin

Quelle: TCS Info Feed & Schweizerischer Samariterbund


Schnell ist es passiert und anstatt einer Gravur im Holzstück ist ein Schnitt im Finger die Folge. Oder eine kleine Unvorsichtigkeit und schon klafft eine Wunde am Kopf. Welche Wunden aber können selber versorgt werden und welche sollten dem Arzt gezeigt werden?

Entsteht im Alltag eine Wunde, versucht unser Körper, diese wieder zu reparieren. Die Haut zeigt dabei unterschiedliche Formen der Wundheilung:

Primäre Wundheilung
Bei sauberen, nicht infizierten Wunden mit glatten Wundrändern, die eng aneinander liegen (z.B. nach einer Schnittverletzung), ist nur wenig Bindegewebe nötig, um die Wunde zu verschliessen. Diese Wunden verheilen innert weniger Tage und hinterlassen oft nur eine dünne, kaum sichtbare Narbe.

Sekundäre Wundheilung
Liegen die Ränder der Verletzung aber nicht nahe beieinander oder handelt es sich um eine Wunde mit grösserem Gewebedefekt, heilt die Wunde unter Bildung von Granulationsgewebe.

Wundverschluss bei der primären Wundheilung
Die primäre Wundheilung wird unterstützt, indem die Wundränder entweder mit einer Wundnaht oder aber mit Wundverschlussstreifen spannungsfrei nah zusammengebracht werden. Während die Wundnaht durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt wird, können sogenannte Wundverschlussstreifen oder Wundnahtstreifen auch von Laienrettern angewendet werden.

Dies kann beispielsweise bei kleinen Wunden bei Kindern sinnvoll sein, weil das Nähen einer Wunde oftmals eine traumatische Angelegenheit ist oder wenn z.B. im Urlaub kein Arztbesuch möglich ist. Diese nicht-elastischen Pflasterstreifen werden so über die Wunde geklebt, dass die Wundränder aneinander liegen und zur primären Wundheilung führen.

Voraussetzungen für den Einsatz von Wundverschlussstreifen

  • Die Wundversorgung erfolgt innerhalb von sechs Stunden nach der Verletzung.
  • Die Wundränder können aneinandergefügt werden und das umliegende Gewebe ist gesund. Es besteht kein Hautverlust. Geeignet sind saubere Schnittwunden.
  • Der Wundverschlussstreifen haftet an der umliegenden Haut ausreichend gut.
  • Es besteht keine Allergie auf das Material (Pflasterallergie).
  • Wird ein Wundverschlussstreifen bei einer kleine Wunde verwendet, obwohl dieser eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, entstehen keine Nachteile. Also lieber einmal zu viel als zu wenig.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch

Könnte Sie auch interessieren

Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können.