Krampfadern (Besenreiser, Varizen)



Krankheiten & Symptome

Quelle: Mediscope


Definition

Der Volksmund bezeichnet mit Adern einfach alle Blutgefässe. Die Bezeichnung Adern unterscheidet dabei nicht zwischen dem sauerstoffreichen Blut, das in den Arterien fliesst, und dem sauerstoffarmen Blut, das in den Venen fliesst.

Der Blutkreislauf besteht neben der eigentlichen Blutpumpe (dem Herzen) aus den Arterien, die Blut vom Herzen weg befördern (sauerstoff- und nährstoffreiches Blut) und den Venen, die Blut zum Herzen hin befördern (sauerstoff- und nährstoffarmes Blut). Im kleinen Blutkreislauf (vom Herzen zur Lunge und von der Lunge zurück zum Herzen) ist es gerade umgekehrt, d.h. die Arterien transportieren sauerstoffarmes Blut, das in der Lunge wieder mit Sauerstoff angereichert wird und über die Venen wieder zum Herzen gelangt.

Beim Sitzen, Stehen und Gehen muss das Blut in den Bein-Venen "bergauf" fliessen. Dieses Transportproblem wird von gesunden Venen auf zwei Arten bewältigt: Venenklappen verhindern das Zurückfliessen von Blut bergab" und zusätzlich liefert die Wadenmuskulatur als Pumpe Unterstützung für den Bluttransport Richtung Becken und Bauchraum. Bei kranken Venen kommt es jedoch zur Stauung in den Beinen.

Ursachen

Prinzipiell können sich alle Venen zu Krampfadern entwickeln, am häufigsten kommen sie jedoch in den Beinen vor. Als Beispiele für weitere "Krampfadern" sind Hämorrhoiden oder die Krampfadern der Speiseröhre, wie sie bei Lebererkrankungen vorkommen, zu nennen.

Die Klappeninsuffizienz ist die häufigste Ursache für eine venöse Stauung in den Beinen, die zu Krampfadern führt.

Es besteht eine gewisse erbliche Belastung. Besonders Frauen bekommen Krampfadern, oft im Rahmen einer Schwangerschaft. Aber auch sitzende und stehende Berufe fördern die Bildung von Krampfadern. Statistisch gesehen erkrankt in der zweiten Lebenshälfte etwa jede zweite Frau und jeder vierte Mann an Krampfadern.

Risikofaktoren

  • Familiäre Veranlagung, Bindegewebsschwäche
  • Weibliches Geschlecht
  • Bewegungsmangel, vor allem sitzende oder stehende Tätigkeiten
  • Übergewicht
  • Rauchen

Symptome (Beschwerden)

Zu Beginn machen sich Krampfadern häufig mit einem Schwere- Müdigkeits- und Spannungsgefühl in den Beinen bemerkbar.

Nächtliche Beinkrämpfe können vorkommen. Zudem treten die Krampfadern hervor, die geschlängelten Gefässe sind meist unschwer zu erkennen. Später können die Beine schmerzen und die Blutzirkulation in den Beinen verschlechtert sich. Schliesslich schwellen diese an. Dieses Phänomen nennt man Ödem oder "Wasser in den Beinen".

Davon betroffen sind unter Umständen beide Beine gleichzeitig. Zu bedenken ist, dass es noch viele weitere wichtige Ursachen von Wasser in den Beinen gibt (auch Herzschwäche, Thrombosen etc. können zu angeschwollenen Beinen führen).

Die Wasseransammlungen können durch den erhöhten Gewebedruck im weiteren Verlauf zu einer Durchblutungsstörung führen. Dabei kann es zu einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen. Unbehandelt können sich sogar Geschwüre bilden, oft im Bereich des Schienbeins (Ulcus cruris).

Diagnose (Untersuchung)

Besenreiser und Krampfadern der oberflächlichen Venen können bereits von Auge erkannt werden. Beim sogenannten Trendelenburg-Test werden die Beine zuächst hoch gelagert, danach steht man wieder auf und der Arzt beobachtet, wie sich die Beinvenen wieder füllen.

Weiter Tests, bei denen die Beinvenen zunächst gestaut werden, lassen auf die Funktion von tiefer gelegenen Beinvenen schliessen. Auch bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgenaufnahmen mit Kontrastmittel (Phlebographie) kommen zum Einsatz, speziell vor einer geplanten Venenoperation.

Therapie (Behandlung)

Konservative Therapie

Leichte bis mittlere Beschwerden können mit Stützverbänden oder strümpfen behandelt werden. Das ist jedoch nur eine symptomatische Behandlung, die Krampfadern bestehen weiter. Es gibt pflanzliche Medikamente, die sich zur Krampfadernbehandlung eignen, z.B. Rosskastanienextrakt und andere. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei leichten Fällen helfen Venensalben, die man einmassieren kann.

Besenreiser lassen sich meist unter lokaler Betäubung veröden.

Grössere Wasseransammlungen müssen je nach dem mit einem Diuretikum (wassertreibendes Medikament) behandelt werden.

Operation

In schweren Fällen kann nur noch die Operation helfen (Varizen-Stripping). Dabei werden inzwischen verschiedene Methoden angewandt. Wichtig ist dabei, dass nicht nur die erweiterten Venenäste entfernt werden, sondern auch die Mündungsstelle der oberflächlichen Venen ins tiefe Venensystem saniert wird (im Fachchargon Crossektomie genannt).

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