Borreliose (Lyme-Borreliose)



Krankheiten & Symptome

Quelle: Mediscope


Definition

Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, welche durch ein spiralförmiges Bakterium mit Namen Borrelia burgdorferi hervorgerufen wird. Die Krankheit wurde erstmals 1975 in der Ortschaft Lyme (USA) beschrieben. Die Übertragung erfolgt fast immer durch einen Zecken

stich und ist bei uns die häufigste durch Zecken verursachte Erkrankung.

Ursachen

In unseren Breitengraden erfolgt die Übertragung des Erregers durch den Stich der Schildzecke Ixodes ricinus, auch gemeiner Holzbock genannt. Erregerreservoir sind in erster Linie kleine Nagetiere und Vögel.

Die Lyme-Borreliose ist global weit verbreitet (Nordamerika, Europa und Asien). In der ganzen Schweiz sind etwa 5-30% der Zecken mit Borrelien infiziert. Bei einem Stich werden die Erreger nicht in jedem Fall übertragen, sondern nur bei etwa 2 von 100 Stichen, abhängig von der Dauer des Kontaktes. So erkranken schätzungsweise 8'000 - 12'000 - je nach Region - Personen jährlich an Lyme-Borreliose. (Zahlen aus dem Jahr 2008/2009 BAG). 

Die Übertragung der Borrelien erfolgt etwa 12 bis 24 Stunden nach dem Zeckenstich. Wird die Zecke innerhalb dieser Zeitspanne entdeckt und sachgerecht entfernt, ist eine Infektion mit Borrelien unwahrscheinlich.

Symptome (Beschwerden)

Die Erkrankung zeigt ein ausserordentlich vielseitiges Erscheinungsbild und kann als Multisystemerkrankung bezeichnet werden. Neben der Haut können Nervensystem, Bewegungsapparat und Herz betroffen sein. Es werden drei Krankheitsstadien unterschieden.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen variiert stark. Sie dauert Tage bis Wochen für Stadium I, Wochen bis Monate für Stadium II und schliesslich Monate bis Jahre für Stadium III.

  • Stadium I: Erythema migrans oder wandernde Rötung bei etwa 30% als erstes Krankheitszeichen. An der Stichstelle entsteht nach wenigen Tagen eine Rötung, die sich ausdehnt und ringförmig wird. Gleichzeitig können auch grippeartige Symptome vorhanden sein. Eine Heilung erfolgt meist von alleine innert Tagen bis Wochen. Eine Behandlung mit Antibiotika ist angezeigt, um eine Ausbreitung des Erregers auf weitere Organe zu verhindern.
  • Stadium II: Im zweiten Stadium der Erkrankung, die Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich auftritt, kann es bei einem Teil der Erkrankten zu verschiedenen Organbeteiligungen kommen. Davon betroffen sind die Gelenke (vor allem am Knie), das Nervensystem (Hirnhaut, Gehirn, Gesichtsnerven), die Haut (Schwellungen) und seltener das Herz (Herzrhythmusstörungen)
  • Stadium III: Werden die beschriebenen Erkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt, können chronische Schädigungen (z.B. Lyme-Arthritis, Pergamenthaut durch Hautatrophien) zurückbleiben. Auch Schäden des Nervensystems bis hin zu Hirn- und Knochenmarkentzündungen kommen vor.

Erkrankte Personen sind nicht ansteckend.

Wann zum Arzt?

  • Bei Auftreten einer ringförmigen Hautrötung, welche grösser wird
  • Bei Auftreten von grippalen Symptomen mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Nervenstörungen 2-3 Wochen nach dem Zeckenbiss

Diagnose (Untersuchung)

Zur Diagnose der Borreliose werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Diagnose der Borreliose kann sehr schwierig sein und beruht primär auf dem klinischen Erkrankungsbild
  • Nachweis von spezifischen Antikörpern, Bakterienkultur aus einer Blutprobe

Therapie (Behandlung)

Eine Therapie ist in der Frühphase in der Regel am erfolgreichsten und beinhaltet die Gabe eines Antibiotilkums, eventuell auch mehrerer Antibiotika in Kombination. Behandlungen im späteren Stadium sind meist intensiver und länger dauernd, da sich die Borrelien aus dem Blut in die Zellen zurückziehen und dort einnisten.

Eine generelle prophylaktische Antibiotikagabe nach Zeckenstich wird jedoch nicht empfohlen.

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