Coronavirus: Was renommierte Wissenschaftler dazu sagen



CoronaNotizie di viaggio

Fonte: TCS MyMed


Immunologe Kristian Andersen, Scripps Research Institute
Eine schon sehr früh aufgetauchte Theorie behauptet, das Virus sei nicht natürlich entstanden, sondern per Menschenhand im Labor. Alles Quatsch, sagt eine Studie des US-amerikanischen Scripps Research Institute. Dass der Erreger im Labor als Biowaffe geschaffen wurde, sei nicht plausibel. «Wir haben die verfügbaren Genomsequenzen der bekannten Corona-Virenstämme verglichen und können sicher sagen, dass SARS-CoV-2 durch natürliche Prozesse entstanden ist», erklärt der Immunologe Kristian Andersen vom Scripps Research Institute. Wer im Labor ein tödliches Virus hätte schaffen wollen, so der Forscher, wäre in der Entwicklung nicht von einem Tier-Virus ausgegangen. Stattdessen wäre die Weiterentwicklung eines bekannten, für Menschen bereits gefährlichen Virus sinnvoller gewesen.

Seuchenhistoriker Prof. Dr. med. Karl-Heinz Leven, Universität Erlangen Nürnberg
«Weltweit müssen Millionen Menschen in ihren Häusern und Wohnungen bleiben, ganze Volkswirtschaften werden heruntergefahren. Dafür gibt es in der Geschichte kein Beispiel. Wir versuchen gerade in der westlichen Welt, eine Pandemie mit allen medizinischen und materiellen Mitteln im Keim zu ersticken, weil wir eine höhere Todesrate nicht akzeptieren. Das ist ein gigantisches Experiment, das es noch nie gegeben hat. Die Mortalität wird nicht das Problem sein. Richtig immens und wirklich bedrohlich ist etwas anderes: der wirtschaftliche Totalzusammenbruch, den wir gerade durch die Abschliessungsmaßnahmen hervorrufen. Dieser Schaden wird uns noch lange beschäftigen und Folgen haben, von denen sich niemand heute klare Vorstellungen machen kann.»

Epidemiologe Marcel Salathé, ETH Lausanne
«Wenn einige sagen, das sei einfach nur wie die saisonale Grippe, ist das falsch und man kann das Virus nicht einfach durch die Bevölkerung laufen lassen. Bei ungehinderter Verbreitung wären es in zwei Monaten rund 500 Fälle pro 100'000 Einwohnern. Da rund 5 Prozent der Infektionen kritisch verlaufen und sicher Hospitalisierung bräuchten, würden 25 pro 100'000 Einwohner wegen Covid-19 im Spital landen. Ende April würden also rund 5 Prozent aller Hospitalisierungen auf das Coronavirus zurückgehen. Bei ungehinderter Ausbreitung wäre Ende Mai jeder Zehnte in der Schweizer Bevölkerung infiziert und theoretisch wären sämtliche Spitalbetten in der Schweiz mit Covid-19-Patienten belegt. Dieses worst-case Szenario gilt es unbedingt zu verhindern!»

Virologe Christian Drosten, Charité Berlin
«Wir kennen auch von anderen Atemwegserkrankungen, dass immer wieder auch Jüngere schwer erkranken. Allerdings wissen wir über Menschen oft sehr wenig. In den Medien heisst es dann: Da liege ein 35-Jähriger auf Intensivstation. Aber ein 35-Jähriger kann massive Grunderkrankungen haben. Wir wissen zum Beispiel, dass ein hoher Body-Mass-Index ein grosser Risikofaktor für Covid-19 ist, genauso wie die Koronare Herzerkrankung, also eine Verengung der Herzkranzgefässe durch Gefässverkalkung. Eine Lungenentzündung belastet das Herz-Kreislauf-System massiv. Wenn es vorgeschädigt ist, dann ist es durch diese Belastung mitunter überfordert. Und es gibt viele im Alter von 35 bis 50, die mit solchen Risikofaktoren leben. Eine andere Hypothese ist, dass jemand eine Riesendosis Virus direkt in die Lunge einatmet. Dann vermehrt sich das Virus gleich in den tiefen Atemwegen, ohne dass es vorher im Rachen eine Immunreaktion ausgelöst hat. Dann werden die Leute vielleicht gleich richtig krank und der Körper hat noch keine Mittel dagegen. Wie gesagt: eine Hypothese.»

Virologe Prof. Stephan Becker, Philipps-Universität Marburg
Bei der Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2 ganz vorne dabei ist das Institut für Virologie an der Philipps-Universität Marburg. Prof. Stephan Becker hat «grosse Hoffnungen», dass es bereits Medikamente gibt, die auch gegen Covid-19 wirken könnten. Tierversuche legten das nahe und derzeit liefen die ersten klinischen Studien: Vielleicht habe man dann «kein Supermedikament», aber etwas, was helfen wird. 

Virologe Prof. Oliver T. Keppler, Max-von-Pettenkofer-Institut
«Die Ansteckung können wir in den Griff bekommen, wenn Menschen sich distanzieren. Die 1,5-bis-2-Meter-Regel ist der Schlüssel dazu, die Kurve der Infektionen abzuflachen.» Keppler hofft auf eine deutliche Verminderung der Infektionen Mitte Mai. Entscheidend dafür sei, wie konsequent und lange die neuen Beschränkungen durchgehalten würden sowie der Sommer-Effekt.

Pandemie-Experte Alexander Kekulé, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
«Die Definition von Pandemie ist ungenau und wurde von der WHO mehrmals geändert. Nach der aktuellen Definition befinden wir uns in einer Pandemie, da das Virus sich unabhängig von importierten Fällen ausbreitet. Bei einer sekundären Verbreitung in der Bevölkerung auf mehreren Kontinenten, die man mit den normalen Rückverfolgungsmethoden nicht einfangen kann, sprechen wir von Pandemie. Dieser Punkt war spätestens mit dem Ausbruch in Norditalien erreicht.»

Professor Dr. Lothar H. Wieler, Robert Koch-Institut Berlin
«Wir haben gerade erst damit begonnen, Corona zu bekämpfen. Wir müssen alle diszipliniert das tun, was wir seit Wochen fordern, haben selber vieles in der Hand, jeder kann etwas gegen die Ausbreitung des Virus tun, dass sich das Virus nicht von einem Menschen auf den anderen überträgt. Es gibt auch jüngere und gesunde Menschen, die an Covid-19 sehr schwer erkranken oder auch daran sterben, dies passiert sehr selten, aber es kann passieren.»

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